Vom 23.04. bis zum 23.06. 2010 fand die von der deutschen AG der Nonviolent Peaceforce organisierte NRW-Friedenstour unter Federführung des Bundes für Soziale Verteidigung statt. In gut zwanzig Veranstaltungen berichteten zwei ehemalige Friedensfachkräfte über ihre Einsätze in Sri Lanka.
Du glaubst, alles – oder zumindest einiges – über die Nonviolent Peaceforce zu wissen? Dann teste dein Wissen in unserem Quiz! Teilnehmen können Schüler und Schülerinnen. Wer sämtliche Fragen richtig beantwortet, nimmt an der Verlosung teil.
Die Nonviolent Peaceforce hat zu Jahresbeginn im Norden Thailands einen zehntägigen Intensivkurs zur Ausbildung von internationalen Friedensfachkräften durchgeführt.
Philippinen: Nonviolent Peaceforce wurde offiziell eingeladen, Teil des internationalen Beobachterteams für die Überwachung des Friedensprozesses zwischen der Regierung der Philippinen (GRP) und der Mora Islamic Liberation Front (MILF) zu sein.

Nonviolent Peaceforce kam in das Land, als der Krieg 2003 durch einen Waffenruhe vorübergehend gestoppt worden war. Sie konnte nicht verhindern, dass der Krieg 2008 wieder aufflammte. 2009 wurde er als beendet erklärt, nachdem die Regierungstruppen die LTTE geschlagen und die zuvor von ihr kontrollierten Gebiete wieder eingenommen hatten. NP hat aber in den Jahren 2003 bis heute auf regionaler Ebene dazu beitragen können, dass Gewalt auf abgebaut und Menschenrechte geschützt wurden.
Während der ganzen Jahre gab es fortwährende Spannungen zwischen den verschiedenen Fraktionen der LTTE und der Regierungstruppen sowie zwischen Muslimen und Tamilen. Es gab auch Auseinandersetzungen um die Verteilung von Hilfsgütern nach dem Tsunami im Dezember 2004. Dies alles hat zu einem unberechenbaren politischen Klima beigetragen. In dieser Zeit zeigten sich die Vorteile der Frieden stiftenden Arbeit von NP. Das auf vielen Ebenen gebaute Vertrauen hat zur Deeskalation von dem Konfliktpotential beigetragen.
NP hat seine Arbeit und seine Anwesenheit in Sri Lanka fortgesetzt nachdem das Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 verkündet wurde. Die lokalen Konflikte zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen sowie die zwischen Tamilen und Muslimen sind in vielen Regionen auch nach dem Kriegsende nicht gelöst. Zudem leben weiterhin viele Tausende Bewohner der ehemals von der LTTE kontrollierten Gebiete immer noch unter katastrophalen Bedingungen in den vom Militär kontrollierten Lagern. Auch Fälle von "Verschwundenen" und sonstige Menschenrechtsverletzungen sind weiterhin an der Tagesordnung.
Daher konzentrieren sich die Teams auf den Schutz von MenschenrechtsaktivistInnen und Journalistinnen, sowie den ehemaligen KindersoldatInnen und Flüchtlingen, die in ihre ehemaligen Wohngebiete zurückkehren. Wichtig ist auch der weitere Aufbau von lokalen Strukturen, damit die Bevölkerung sich selbst schützen kann.
„Wir wollen nahe bei den Menschen sein und da sein, wo die Konflikte aufeinander stoßen“, sagt die ehemalige deutsche Friedensfachkraft Kati Hötger. Denn wer gewaltsamen Konflikten vorbeugen will, muss dort präsent sein, wo sie entstehen. Daher ist NP an mehreren Standorten präsent: Colombo, Batticaloa/Valaichchennai, Trincomalee/Mutur und Jaffna. Ein neues zusätzliches Büro in Vavuniya - in der Nähe der Flüchtlingscamps - soll dazu dienen, die im Zuge der letzten Kriegshandlungen geflohenen Menschen zu schützen. Die derzeit 15 Friedensfachkräfte aus knapp 10 Nationen, die auf der Insel tätig sind, arbeiten in vielfältigen Bereichen. Im folgenden kann nur ein kleiner Einblick in die intensive Arbeit auf lokaler Ebene gegeben werden.
Natürlich muss das Vorgehen an jede Region und an die momentane Situation angepasst werden. Und natürlich ist es nicht möglich, alles zu tun, was wünschenswert wäre. Nonviolent Peaceforce Sri Lanka (NPSL) hat seine Arbeit daher auf die folgenden Programmbereiche fokussiert:
Verschiedene Kolonialmächte hatten einst Stützpunkte auf Ceylon, aber erst Großbritannien konnte 1815 die gesamte Insel kontrollieren. Die britischen Kolonialherren bevorzugten die tamilische Bevölkerung als Arbeitskräfte auf den Teeplantagen und in der Verwaltung. Die
Situation verkehrte sich nach der staatlichen Unabhängigkeit 1948 ins Gegenteil, als die singhalesische Mehrheit ihre Vorherrschaft durchsetzte. Einen Minderheitenschutz für TamilInnen und MuslimInnen gibt es nicht.
„... und erstmals sah ich das Mädchen lächeln“

„Andere Leute brauchen einen Wecker, um wach zu werden“, sagt der 15-jährige Schüler Sylvester K. aus Batticaloa. „Wir hier im Osten Sri Lankas werden von Gewehrsalven und Bomben geweckt. Wir schreien die Ungerechtigkeit heraus, aber nirgendwo hört man uns.“
Das stimmt nicht ganz. Die Field Team Members der Nonviolent Peaceforce hören zu und ermutigen die Menschen, ihrer Friedenssehnsucht Ausdruck zu verleihen. Zum Beispiel am Internationalen Tag des Friedens am 21. September.
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