Wie können wir kurz und knapp erklären, was die Nonviolent Peaceforce macht?
Zum Beispiel so, wie es Tim Wallis, Exekutivdirektor der NP, in einem dreiminütigen Video unseres finnischen Freundes Timo Virtala tut. It's English, so just look at it!
Das Leben ist hart in Südsudan, besonders für Kinder. Um das Leben derer, die durch Entführungen, Zwangsrekrutierungen und sexueller Sklaverei gelitten haben, sicherer zu machen, hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF der Nonviolent Peaceforce (NP) 1 Millionen $ für ein Kinderschutzprojekt bewilligt.
Wie werden Friedensfachkräfte der Nonviolent Peaceforce eigentlich auf ihre Aufgaben vorbereitet? Ein Bericht über einen zehntägigen Intensivkurs zur Ausbildung von internationalen Friedensfachkräften in Nordthailand zeigt es Ihnen.
Philippinen: Nonviolent Peaceforce wurde offiziell eingeladen, Teil des internationalen Beobachterteams für die Überwachung des Friedensprozesses zwischen der Regierung der Philippinen (GRP) und der Mora Islamic Liberation Front (MILF) zu sein.
Das Ziel der Nonviolent Peaceforce ist es, eine professionelle, zivile und internationale "Peaceforce" - einen gewaltfreien Friedensverband - aufzubauen, der aus Hunderten (vielleicht irgendwann aus Tausenden) von eigens ausgebildeten, unbewaffneten Friedensfachkräften aus der ganzen Welt besteht.
In ihrer Arbeit wenden die in Teams organisierten Friedensfachkräfte verschiedene Methoden an, die sich als effektive Mittel gewaltfreier, ziviler Interventionen von externen, unparteiischen Dritten bewährt haben.
Viele davon kommen bei der Beschreibung der Projekte zur Sprache, hier einmal ein Überblick:
Teams der NP begleiten bedrohte Mitglieder der Zivilgesellschaft vor Ort, die sich gewaltfrei für Frieden und Verständigung engagieren. Schützende Begleitung wurde in vielen Ländern erfolgreich angewendet, zum Beispiel in Guatemala und Sri Lanka.
Auf diese Weise erhöht sich die Sicherheit für örtliche FriedensaktivistInnen und ihre Familien.
Viele Erfahrungen zeigen, dass in Krisengebieten allein die faktische Anwesenheit von internationalen Teams größeren Schutz für die Bevölkerung bietet, die Zivilgesellschaft stärkt und mehr Aufmerksamkeit für die jeweilige politische Problematik gewährleistet.
Die Präsenz erstreckt sich auf ganze Gemeinschaften und vermindert so das Risiko von Gewaltanwendung. Wie diese Arbeit auf die lokalen Gemeinschaften wirkt, erzählt uns Magellan Gonso aus den Philippinen.
Die Friedensfachkräfte der Nonviolent Peaceforce beobachten und dokumentieren Menschenrechtsverletzungen. Sie helfen so bei der Verfolgung von Straftaten und machen sie der Weltöffentlichkeit bekannt.
Die kritische Beobachtung von Waffenstillstandsabkommen gehört ebenso zu den Methoden der NP. Das Monitoring schafft Vertrauen und kann durch frühzeitige Reaktion auf potenzielle Gewalt weitere Eskalation verhindern. Dieses so genannte Frühwarn- und Rapid-Response-System wurde insbesondere von lokalen Komitees zur Überwachung der Waffenruhe auf Mindanao/Philippinen als sehr positiv bewertet.
Gerade in Krisengebieten besteht ein großer Bedarf an Kommunikation. Um alle Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation der
dort lebenden Menschen ausschöpfen zu können, informiert NP lokale AkteurInnen und Gemeinschaften über diesbezügliche nationale und internationale Ressourcen. Ferner können internationale Organisationen die lokalen Kenntnisse der NP nutzen, um sich mit Konfliktgebieten vertraut zu machen.
Weil Konfliktparteien oft sichere Treffpunkte für Verhandlungen und Besprechungen benötigen, versucht NP, solche neutralen Orte bereitzustellen. Zum Beispiel wurden Führungspersönlichkeiten und lokale AktivistInnen in Sri Lanka dabei unterstützt, Verhandlungen zur Rückkehr von Flüchtlingen in ihre Heimatorte anzubahnen.
Bevor das NP-Team in Valaichchennai/Sri Lanka seine Arbeit aufnahm, zog sich durch die Hauptstraße der Stadt eine unsichtbare Grenzlinie zwischen TamilInnen und MuslimInnen. Das Büro des NP-Teams direkt an der Grenze wurde aber rasch zum Treffpunkt dialogwilliger BewohnerInnen beider Seiten.
Auch ehemals für Kampfeinsätze rekrutierte Mädchen und Jungen brauchen geschützte Unterkünfte. Deshalb unterstützt NP die Familien, die ein sicheres Zuhause für ihre Kinder aufbauen wollen.
Besteht in eine akuten Situation die Gefahr, dass ein Konflikt gewaltsam ausgetragen wird, können NP-Teams versuchen, sich zwischen die Konfliktparteien zu stellen. Sie können damit Gewalt verhindern und Zeit und Raum für Deeskalation und friedliche Konfliktlösungsmöglichkeiten schaffen.
Eine solche Situation ergab sich, nachdem 2006 in der Nähe eines Büros von NP in Sri Lanka eine Granate in einer Menschenmenge explodiert war. Als die Lage zwischen den aufgebrachten und verunsicherten Menschen und der Polizei zu eskalieren drohte, war das NP-Team mit sechs Leuten schnell am Ort und konnte allein durch seine Präsenz zur Entspannung beitragen.
Andererseits praktiziert die NP aber auch eine Pendeldiplomatie, bei der sie Autoritäten der Konfliktparteien sowie Polizei- und Sicherheitskräfte an einen Runden Tisch bringt.